In ChatGPT genannt werden: Was eine Messung mit 4.000 KI-Antworten über GEO zeigt
Kunden fragen ChatGPT statt Google. Eine neue Messung zeigt, wie selten KI-Assistenten dieselben Betriebe nennen – und was Unternehmen jetzt für ihre Sichtbarkeit tun können.
Fabian Feindura

„Welcher Elektriker in meiner Nähe ist zuverlässig?“ Diese Frage tippen immer mehr Menschen nicht mehr bei Google ein, sondern stellen sie ChatGPT, Gemini oder Perplexity. Die Antwort nennt drei, vier Betriebe. Alle anderen kommen in diesem Moment schlicht nicht vor. Genau darum geht es bei Generative Engine Optimization (GEO): dafür zu sorgen, dass KI-Assistenten Ihr Unternehmen kennen, richtig beschreiben und empfehlen.
Was die Messung zeigt
Wie verlässlich KI-Assistenten Betriebe nennen, hat das Projekt geo-evidenz Ende September 2026 gemessen: In zehn Branchen und 32 deutschen Orten wurden typische Kundenfragen an ChatGPT, Gemini und Perplexity gestellt und rund 4.000 Antworten ausgewertet. Zwei Ergebnisse sind für jeden Unternehmer interessant:
- Kaum Einigkeit: Im Mittel nannten nur etwa 5 Prozent der Betriebe alle drei Dienste. Jeder Assistent hat seine eigene Sicht auf den Markt.
- Starke Schwankung: Wer dieselbe Frage am selben Tag zweimal stellt, bekommt bei Perplexity zu etwa 76 Prozent dieselben Betriebe genannt, bei Gemini zu 47 Prozent und bei ChatGPT nur zu 27 Prozent.
Daraus folgt eine einfache, aber oft übersehene Erkenntnis: Wer einmal bei ChatGPT nach seiner Branche fragt und sich (nicht) findet, weiß danach sehr wenig. Eine einzelne Antwort ist eine Momentaufnahme, kein Ranking.
Was das für Unternehmen bedeutet
Erstens: messen statt einmal nachschauen. Aussagekräftig wird es erst, wenn Sie dieselben Kundenfragen mehrfach, bei mehreren Diensten und über einige Wochen stellen. Erst dann sehen Sie, ob Ihr Betrieb regelmäßig genannt wird oder nur zufällig.
Zweitens: nicht „die KI“ optimieren, sondern ihre Quellen. KI-Assistenten stützen sich auf das, was im Netz über Sie steht: Ihre Webseite, Ihr Google-Unternehmensprofil, Branchenverzeichnisse, Bewertungen, Kammern und Innungen, Fachportale und Berichte in regionalen Medien. Je klarer und einheitlicher diese Quellen sind, desto eher taucht Ihr Name in den Antworten auf.
Drittens: GEO ersetzt SEO nicht. Dienste mit Websuche wie Perplexity oder die KI-Übersichten von Google greifen auf Suchergebnisse zurück. Wer bei Google gut gefunden wird, hat deshalb auch in KI-Antworten bessere Karten. GEO ist die Erweiterung, nicht der Ersatz.
Fünf Maßnahmen, die sich lohnen
- Klare Antworten auf echte Kundenfragen: Leistungen, Preise oder Preisrahmen, Ablauf, Dauer und Einzugsgebiet gehören in ganzen Sätzen auf Ihre Webseite, am besten mit einem Fragen-Bereich. KI-Assistenten übernehmen am liebsten Sätze, die eine Frage direkt beantworten.
- Einheitliche Fakten überall: Name, Anschrift, Telefonnummer, Öffnungszeiten und Leistungen sollten auf der Webseite, im Google-Profil und in allen Verzeichnissen gleich lauten. Widersprüche machen Sie für eine KI unsicher und damit seltener empfehlenswert.
- Strukturierte Daten: Mit Schema.org-Auszeichnungen für Unternehmen, Leistungen, Fragen und Bewertungen lesen Maschinen Ihre Seite zuverlässig. Eine Datei llms.txt fasst das Wichtigste zusätzlich für KI-Dienste zusammen.
- Präsenz auf den Quellen, die zitiert werden: Ein gepflegtes Google-Unternehmensprofil mit echten Bewertungen, Einträge in den passenden Branchenportalen, Mitgliedschaften bei Innungen und Verbänden und Erwähnungen in regionalen Medien. Welche Quellen in Ihrer Branche zählen, zeigt eine Auswertung der Antworten.
- Regelmäßig nachmessen: Legen Sie eine feste Liste mit zehn typischen Kundenfragen an und prüfen Sie diese in festen Abständen bei mehreren Diensten. So sehen Sie, ob Ihre Maßnahmen wirken, statt sich auf einzelne Zufallstreffer zu verlassen.
Wie wir GEO bei Trendtreiber angehen
Bei uns gehört GEO zum Bereich SEO & Online-Marketing. Wir beginnen mit einer Bestandsaufnahme: Welche Fragen stellen Ihre Kunden, welche Dienste nennen Ihr Unternehmen schon, und auf welche Quellen stützen sie sich? Danach überarbeiten wir Ihre Webseite mit klaren Antworten, strukturierten Daten und einer llms.txt, bringen Ihr Google-Profil und die wichtigen Verzeichnisse auf denselben Stand und messen die Nennungen anschließend regelmäßig.
Dasselbe setzen wir auch auf unserer eigenen Webseite um: Fragen-Bereiche auf allen Leistungsseiten, Preise statt „auf Anfrage“, strukturierte Daten und eine llms.txt. Was GEO, AEO und SEO genau unterscheidet, erklären wir kurz im Überblick Werbung; was Online-Marketing bei uns kostet, steht auf der Leistungsseite.
Häufige Fragen
Was ist Generative Engine Optimization (GEO)?
GEO bedeutet, Inhalte und Einträge eines Unternehmens so aufzubereiten, dass KI-Assistenten wie ChatGPT, Gemini oder Perplexity das Unternehmen kennen, richtig beschreiben und bei passenden Fragen nennen. Es ergänzt die klassische Suchmaschinenoptimierung um die Sichtbarkeit in KI-Antworten.
Ersetzt GEO die klassische Suchmaschinenoptimierung?
Nein. Viele KI-Dienste mit Websuche stützen sich auf Suchergebnisse. Eine gut gefundene, technisch saubere Webseite ist deshalb die Grundlage, auf der GEO aufbaut.
Wie finde ich heraus, ob ChatGPT mein Unternehmen nennt?
Stellen Sie zehn typische Kundenfragen, etwa „Welche Zimmerei in [Ihrem Ort] empfehlen Sie?“, mehrfach und bei mehreren Diensten, und notieren Sie, wer genannt wird. Weil die Antworten stark schwanken, sagt erst die Wiederholung über einige Wochen etwas aus.
Wie lange dauert es, bis GEO wirkt?
Dienste mit Websuche können Änderungen an Webseite und Einträgen oft innerhalb weniger Wochen aufgreifen. Was in das Wissen der großen Sprachmodelle selbst einfließt, braucht deutlich länger. Deshalb planen wir GEO über mehrere Monate und messen regelmäßig.
Quelle der Zahlen: geo-evidenz, Kurzbericht der Untersuchung vom 29.09.2026 und zitierfähige Fassung bei Zenodo.
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